Nach unseren komfortablen Tauchferien im warmen Roten-Meer, war ein entsalzen in kühleren Gewässern angesagt; dabei wurde Bergtauglichkeit, wohlverstanden in voller Montur, vorausgesetzt. Traditionsgemäss trafen wir uns am Freitagabend beim Campagna. In „Rallyemanier“ über den Susten ging’s Richtung Tessin. Unser Obertaucher Dänu suchte das Motel „Lago Maggiore“ bei Riazzino als Basiscamp aus. Nach Pizza und einigen Schlücken Merlot suchten wir die Haia auf, ging’s doch am Samstag frühzeitig ins Verzascatal.
Im Morgengrauen fuhren wir durch die sieben Tunnels in die Schlucht der Verzasca. In Lavertezzo angekommen, rekognoszieren wir den ersten Tauchplatz bei der bekannten Römerbrücke „Ponte die salti“. Der Einstieg in die Verzasca ist an diesem Tauchplatz verhältnismässig einfach. In sieben Meter Tiefe tauchen wir unter der Brücke durch, das Wasser ist ziemlich kalt (10°C). In den wunderschönen Felsformationen finden wir einige Forellen und gar eine tote Blindschleiche. Flussaufwärts wird die Schlucht sehr eng, und durch die starke Strömung wird es sehr schwierig bis zum Wasserfall vorzudringen. In voller Begeisterung kraxeln wir wieder zu den Autos hoch.
Bei riesigen Sandwichs lassen wir die Sonne auf unsere Köpfe scheinen, und freuen uns darauf, was uns der nächste Tauchgang bringen wird. Den Einstieg für den zweiten Tauchgang finden wir ca. einen Kilometer talabwärts vom Ristorante „Posse“. Jetzt ist aber ein Waldspaziergang und eine Kletterpartie zur Verzasca runter angesagt. Am Sandstrand angelangt präsentiert sich die Verzasca mit zwei lauschigen Pools. Aber Vorsicht: Strömung! Die Idylle trügt, das merkt auch Ruedi, der einen Ausflug in den nächsten Pool vornimmt!! Nach glimpflichem Ausgang tauchen wir in die grossartige Unterwasserfelslandschaft ab.
In neun Meter Tiefe, beeindruckten uns die mystischen Lichtspiele und die imposanten Felsbrocken. Im glasklaren kalten Wasser finden wir kleinere Forellen und eine unglaublich schöne Felslandschaft. Den zweiten Pool durchquert, kehren wir ohne Strömung zurück zum Einstieg. Jetzt noch mal tief durchatmen und den beschwerlichen Pfad unter die Füssling nehmen. Bei der Rückfahrt ins Hotel machen einige von uns Halt bei der imposanten Staumauer der Verzasca. James Bond lässt grüssen. Der Rest verzieht sich ins Hotel zum Relaxen. Natürlich sind die „Delphine“ nach diesem erlebnisreichen Tag ausgehungert. Dem wird abgeholfen bei einem mehrgängigen Menü im „Grotto Lauro“ in Arcegno, oberhalb von Losone (ein richtiger Geheimtip!). Die meisten fallen nach diesem Tag müde ins Bett. Allerdings machen noch einige unverwüstliche die Bar des Motels „Lago Maggiore“ bis drei Uhr in der Früh unsicher und pflegen den Kontakt zu ebenso unverwüstlichen Einheimischen.
Das Morgenessen am Sonntag fällt dementsprechend etwas später aus. Bei strömendem Regen machen wir uns auf den Weg ins Valle Maggia. Leider sind die Verhältnisse an diesem Tag zu rauh um die Maggia taucherisch zu erkunden. Ein Teil der Gruppe entscheidet sich deshalb, den Lago Maggiore unsicher zu machen. Der Rest nimmt den Heimweg unter die Räder, und wärmt sich im Urnerland mit einem deftigen Kaffee-Lutz wieder auf, bevor es über den Susten heimwärts geht. Den nimmermüden Organisatoren und allen Teilnehmern ein herzliches Dankeschön für diese Tolle Reise.
Judith und Ruedi