Am Sonntag, den 28. Oktober 2001 um 9:00 Uhr früh trafen sich 9 „Delphine“ sowie zwei Gäste zum alljährlichen Bergseetauchen im Campagna bei Belp. Trotz Umstellung der Uhr auf Winterzeit (oder dank dem?) waren alle rechtzeitig da.
Dieses Jahr stand wiederum der Engstlensee auf dem Programm. Nach dem letztjährigen Probetauchen (im Schnee) befand man, dass der See durchaus einen zweiten Besuch wert war; trotz der hohen Preise für Bewilligungen. Der Engstlensee befindet sich auf 1’868 Höhenmetern in einem Naturschutzgebiet auf der Engstlenalp, nahe Innertkirchen im Gental. Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, sind eine Bewilligung für die Anfahrt sowie fürs Tauchen im See einzuholen, was umständlich, jedoch durchaus lohnenswert ist. Dänu hatte für dieses Jahr sogar den kleinen Bus samt Anhänger des DCK organisiert. Somit gings als Erstes mal ans Zusammenladen. Schlussendlich hatten wir 11 Leute samt Material in zwei Autos und dem Bus verstaut.
Als nächstes gings auf die Autobahn Richtung Interlaken. Vorbei an Thuner- und Brienzersee und weiter Richtung Meiringen und anschliessend Innertkirchen. In Innertkirchen wurde ein Tankstop für Auto und Mensch eingelegt. Frisch gestärkt nahmen wir den restlichen Weg Richtung Sustenpass unter die Räder. Kurz nach Innertkirchen zweigte eine kleine Strasse nach links ins Gental ab. Ab hier war der Weg steil und kurvig, was das automatische Getriebe des Buses ziemlich beanspruchte. Die Landschaft war jedoch absolut traumhaft. Immer steiler wurden die Berge und immer spärlicher die Bäume, was die Schönheit der Landschaft jedoch nicht im geringsten minderte. Bald trafen wir an der Zahlstelle für den „Wegzoll“ ein. Hier befindet sich ein kleines Restaurant und man versprach uns für nach dem Tauchen Risotto mit frischen Steinpilzen zu reservieren. Nach einer weiteren Viertelstunde trafen wir auf dem Parkplatz der Engstlenalp ein. Oben angekommen, mussten wir zuerst dem gequälten Motor des Busses ein bisschen frische und kühle Luft gönnen. Anschliessend inspizierten wir bei bestem Wetter und Sonnenschein den See zu Fuss:
Wo ist die beste Einstiegsstelle, wo will man seinen Tauchgang machen und vor allem, wo will man parkieren?
Wieder zurück auf dem Parkplatz wurde nochmals zusammengeladen, denn bis zum See fahren ist eigentlich verboten, und wir hatten nur die Bewilligung für ein Fahrzeug. Deshalb wurde nun alles Gepäck in den, inzwischen abgekühlten, Bus geladen. Das nenne ich Service! Letztes Jahr hatte es in der Woche vor unserem Ausflug zum Engstlensee geschneit. Wir hatten schon unsere liebe Mühe mit dem Auto den Berg hoch bis zum Parkplatz zu kommen und dann gings noch etwa 500m mit voller Montur durch den Schnee bis zum See (schwitz, ächz). Da hatten wirs dieses Jahr richtig fürstlich. Der Fussmarsch über einen Wanderpfad machte nur etwa 100m aus. Das Wasser war jedoch, wie letztes Jahr, eisigkalt. Nach einer mehr oder weniger langen Angewöhnungszeit waren schliesslich alle abgetaucht. Die Sicht sowie das Lichtspiel des Sonnenlichts entschädigten uns jedoch für alle Mühen und Kosten. Das Wasser war schnapsklar. Genau wie man es sich wünscht! Der Boden des Sees war mit einer Schlammschicht überzogen und vereinzelt lagen Baumstämme sowie kleinere und grössere Felsbrocken herum. Lebende Fische haben wir keine gesehen, dafür aber ein paar in Anglerleinen verhedderte tote Exemplare. Der Engstlensee ist unter Fischern ebenfalls sehr beliebt, wegen seiner kanadischen Seeforellen. Die Fischersaison war zu unserem Glück jedoch vorbei bzw. es hatte nur ein paar vereinzelte Fischer weiter hinten am See. Der Grund des Sees zeugte ebenfalls von einer regen Anglertätigkeit. Ueberall waren Blinker und sonstige Anglerköder zu sehen und wir machten uns einen Spass daraus einige einzusammeln. Bald trug jedoch die eisige Temperatur das Ihrige dazu bei, dass wir beschlossen den Rückweg anzutreten.
Wir hatten Glück und fanden beim Zurücktauchen noch den Ansaugstutzen des Stausees. Interessiert inspizierten wir diesen. Aber schon bald gab ich wieder das allgemein übliche Zeichen „Ich-habe-kalt“. Gemütlich tauchten wir zurück. Für meinen Geschmack ein bisschen zu gemütlich, denn meine Hände schienen langsam zu Eisblöcken zu mutieren. Doch mein Tauchpartner liess sich durch mein erneutes „Ich-habe-kalt-Zeichen“ nicht beeindrucken und so probierte ich halt weitere Tricks aus, um meine Hände vor dem Einfrieren zu bewahren. Doch zu meiner Erleichterung schienen wir bereits nach kurzer Zeit den Ein- bzw. Ausstieg gefunden zu haben. Kaum war mein Kopf aus dem Wasser, vernahm ich schon das eifrige Fachsimpeln der anderen. Auch wir beredeten das Erlebte auf dem Rückweg zum Bus. Schnell entledigten wir uns von unserer schweren Montur und schlüpften in die bequemen Klamotten.Bei mitgebrachtem Tee und Kuchen wurde palavert, gescherzt und die herrliche Aussicht sowie die wärmende Sonne genossen. Anschliessend machten wir uns auf den Rückweg. Das versprochene Risotto mit Steinpilzen ruft!
Doch daraus wurde so schnell nichts. Sie hatten unsere Reservation vergessen und das Risotto war bereits alle und es musste neu gekocht werden. Wir nutzten die Wartezeit um die Logbücher auszufüllen und auszutauschen und weiter zu schwatzen. Doch die Sonne verschwand bereits hinter den hohen Bergen und es wurde bald empfindlich kühl. Nach „längerer“ Wartezeit kam nun doch noch das ersehnte Risotto, welches trotzdem vorzüglich schmeckte. Satt und zufrieden konnten wir uns nun wieder auf den Nachhauseweg machen. Doch leider war es mit dem zügigen Vorwärtskommen am Thunersee vorbei und wir kamen prompt in den allsonntäglichen Rückreisestau. Doch auch dieser ging einmal vorbei und im Campagna verabschiedeten wir uns schlussendlich nach diesem gelungenen Tauchausflug voneinander.
Noch einmal vielen Dank an den Organisator! Es war ein super Ausflug.
Andrea