Für mich als frischgebackener Taucher, war es ein Highlight ins Tessin mitzufahren, und im glasklaren, wenn auch etwas kühlem, Wasser zu tauchen.

Um 18:45 Uhr am Freitagabend, treffen sich die „Delphine“ beim Campagna. Nach dem Umladen des Gepäcks in die verschiedenen Autos, geht’s los Richtung Tessin. Leider hat der Sustenpass um diese Jahreszeit schon Wintersperre, was uns zwingt, über den Brünig zu fahren, der auch schon tief verschneit ist. Plötzlich sind wir in Luzern, (Chauffeur Rappo) was eigentlich nicht sein soll. Wir haben die Abzweigung verpasst, die auf die N2 Richtung Gotthard führt. Soweit ist das nicht so schlimm. Als Profichauffeure sagen wir uns, dass wir eben die nächste Abfahrt nehmen und sofort wieder auf die Autobahn Richtung Gotthard einspuren. Leider hat es keine passende Auffahrt die wir benützen können. Wir fahren im Kreis von Baustelle zu Baustelle. Wir sehen verschiedene Attraktionen in Luzern, die wir eigentlich auch nicht sehen wollen. Zum Glück finden wir im Dunkeln auch wieder eine Auffahrt.

Unser Umweg kostet uns gute 20 Minuten. Wir erreichen als letzte die Gotthard Raststätte. Dort erfahren wir, dass wir nicht die einzigen sind, die die Auffahrt verpassten. Alle anderen fuhren aber nicht so kompliziert herum wie wir. Wir können uns auf der Raststätte etwas erholen, um die letzte und kurze Etappe in angriff zu nehmen. Gegen Mitternacht kommen wir beim gebuchten Motel in Gordola an. Das Hotel entpuppt sich nicht als gewöhnliches Motel, sondern als Stundenpuff. (Vor zwei Jahren war das noch ein gewöhnliches Motel). Natürlich haben nicht alle ihre Freude an dieser Situation.

Da wir ja nur zum Tauchen angereist sind, ist das für die Meisten nicht allzu schlimm. Nachdem wir uns mit der Situation angefreundet haben, essen wir in einer Pizzeria. Nicole und Karoly sind nicht auffindbar. Die beiden sind schon im Verlaufe des Tages angekommen. Nach einer Pizza und ein bis zwei Bierchen oder Weinchen gehts zurück zum Motel, wo wir noch einen zusätzlichen Schlummertrunk zu uns nehmen.

Am Morgen (einige haben nicht gut geschlafen) geht’s bei strahlendem Sonnenschein zum Frühstück. Freudig und erwartungsvoll fahren wir ins Verzasca-Tal, wo wir bei der Römerbrücke den ersten Tauchgang machen. Die Lufttemperatur (-1 Grad) ist nicht gerade einladend für die „Nässeler“. Da haben die „Tröcheler“ weniger Mühe.

Trotzdem mutig und mit den aufmunterten Worten von den Kollegen die nasstauchen, (Martin, Karoly, Ruedi und Fredy) zwängten wir uns in den Anzug. Der Einstieg ist relativ leicht. Im ersten Pool mit frischen 8 Grad, tauchen wir bei 7 Meter Tiefe unter der Brücke durch. In den wunderschönen Felsformationen finden wir einige Forellen. Nach gut 35 Minuten kraxeln wir frohgelaunt zurück zu den Autos. Bei einem Risotto, Sandwiches, oder Suppe, wärmen wir uns wieder auf. Nach dem Wärmetanken, fahren wir zum zweiten Tauchplatz bei Vocorno.

Der Einstieg befindet sich an einem Sandstrand. Wundervoll und für mich als Neuling, sind die Unterwasserschluchten in dem glasklaren Wasser eine Sensation. Wir, Judith, Ruedi, Dänu, Martin und ich tauchen bis zum Wasserfall, der für mich unter Wasser schon fast mystisch aussieht. Mano, der an diesem Wochenende nicht taucht, wartet unterdessen am Strand auf uns. Nach rund 35 Min. tauchen wir wieder auf, um dann sofort warme und trockene Sachen anzuziehen. Die zweite Gruppe, Karoly, Nicole, Andrea, Fredu, Stewe, Klaus und Anne, tauchen in einem Becken weiter oben bei Posse. Nach diesem wundervollen Tag suchen wir nach dem Duschen ein gutes Restaurant auf. Im Verzasca Tal, in der Nähe bei Vocorno, finden wir ein Grotto wo wir uns verwöhnen lassen. Das Essen und die Bedienung sind ausgezeichnet. (Kleiner Geheimtipp). Nach einem Schlummertrunk in der Nähe vom Motel, fallen wir müde und zufrieden ins Bett.

Der Sonntag verschafft uns eine Stunde mehr Schlaf, da wir auf Winterzeit umstellen können. Wir fahren im Konvoi ins Maggia-Tal, um einen Tauchplatz zu finden. Es zieht aber die Delphine weiter hinauf, zu den Bergen, wo es einen schönen Bergsee ganz oben im Tal gibt. Nach vielen Kurven und ca. 1 ½ Stunden Fahrzeit kommen wir zur Staumauer vom Lago Sambucco. Leider verhindert dort eine Barriere die Weiterfahrt. Da wir aber den Grund nicht sehen können, warum uns nach solch langer Fahrt einfach der Riegel geschoben wird, heben wir einfach die Barriere und fahren weiter. (Wir glauben an einen Kinderstreich). Zügig geht’s weiter Richtung Lago del Naret. Kurz vor dem See verhindert schon wieder eine Barriere die Weiterfahrt. Diese können wir nicht mehr heben, da sie verschlossen ist. Es hat auch schon Schnee auf der Strasse. (Das war wahrscheinlich auch der Grund der ersten Barriere).

Wir sind schon ziemlich lange unterwegs, um an diesen See zu gelangen. Laut Frederic sind wir nur noch ca. 2 Minuten Autofahrt vom See entfernt. Zum Glück haben Nicole und Karoly etwas Punsch bei sich. Judith und Ruedi etwas Käse und Anne Güezi, die sie mit uns allen teilen. Alle sind zufrieden und die Stimmung ist nicht eingebrochen. (Merci an euch, war schon fast am verhungern). Nach diesem gemütlichen Picknick fahren wir wieder hinunter ins Maggia-Tal.

Bei Beccia finden wir einen super Tauchplatz an der Maggia. Es zieht aber nicht mehr alle ins Wasser. Nur noch Anne, Frederic, Klaus, Stewe, Tinu und ich geniessen den glasklaren Fluss. Ich fühle mich wie ein Vogel, der über das Tal schwebt. Einige Forellen begleiten uns beim Tauchgang bis 9 Metern Tiefe. Nach gut 30 fantastischen Minuten eilt es uns „Nässeler“ doch, wieder an Land zu gehen. Bei strahlendem Sonnenschein verabschieden wir uns von allen, und fahren wieder getrennt Richtung Bern. Die Fahrt verläuft für uns problemlos, ausser dem stehenden Stau im Gotthard. Als es Dunkel wird, treffen wir wieder wohlbehalten beim Campagna ein.

Vielen Dank an die Organisatoren (Fam. Rappo und Stc-Delphin) für das tolle und wunderschöne Wochenende.

Fredy Burri

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